Lazarus von Schwendi

Unser Namensgeber

Lazarus von SchwendiDer Grund warum wir Lazarus von Schwendi als unseren Namensgeber gewählt haben war nicht seine außerordentliche Militärkarriere.

Sondern er hatte für das 16. Jahrhundert ein besonderes Gespür für humanitäre Hilfe und für soziale Einrichtungen. Er gründet Spitäler, stiftet Handwerkerzünfte, baute Schulen, richtet Jahr- und Wochenmärkte ein und verbesserte Verkehrswege.

Bis heute tragen Schulen und Spitale seinen Namen.

 

 Kurzabriss seiner Biographie

 

1522 (genaues Geburtsdatum nicht bekannt) ist er als unehelicher Sohn des Privatiers Ruland von Schwendi und einer seiner Angestellten, Appolonia Wencken in Memmingen geboren.

Bis zu seiner Volljährigkeit übernimmt der Stadtrat von Memmingen die Vormundschaft.

Mit 13 Jahren beginnt er ein Studium in Basel und anschließend in Straßburg. Die humanistische Lehre, intensive Kenntnisse der Antike und die Nähe zu den geistigen Strömungen seiner Zeit prägen den jungen Lazarus für sein weiteres Leben.

Mit 23 Jahren kehrt er nach Memmingen zurück, um sich für mündig erklären zu lassen.

Nach dem frühen Tod seines Vaters wird er Erbe des Titels und der Besitztümer.

Anschließend tritt er in die Dienste des Kaisers Karl V. als Diplomat (er spricht deutsch, lateinisch, französisch, holländisch, später auch ungarisch). Später reist er als Feldherr quer durch Europa.

1553 heiratet er Anna Böcklin von Böcklinsau. Als Tochter eines alten Adedelsgeschlechtes schaut sie eher verächtlich auf den unehelichen geboren Lazarus. Schließlich verstösst Lazarus sie. Aus dieser Ehe geht Hans Wilhelm hervor.

Nach einiger Zeit quittiert er enttäuscht vom Kaiser den Dienst und lässt sich vom spanischen König, Philipp II. anwerben. Als Kommandant eines Regimentes siegt er mehrmals über die Franzosen.

1564 leiht ihn Kaiser Ferdinand von Österreich aus und macht ihn zum Feldobristen über das Deutsche Kriegsvolk. Er erringt bedeutende Erfolge gegen die Türken oder die Eroberung der Feste Tokay wird sein größter Erfolg werden. Nach 4 Jahren Krieg wird in Adrianopel Frieden geschlossen.

1573 heiratet er Gräfin Eleonora von Zimmern und verbringt seine restlichen Jahre glücklich mit ihr.

Lazarus von Schwendi zieht sich am Ende seiner Militär-Kariere zurück und herrscht nun über sein kleines Reich an geschenkten Gütern.

Er verfasst die „Schwendischen Verordnungen“, indem er die rechtlichen Überlieferungen sammelt, behutsam modernisiert und umgestaltet.

Er gründet Spitäler, stiftet Handwerkerzünfte, richtet Jahr- und Wochenmärkte ein und verbessert Verkehrswege. Für das 16. Jahrhundert ist seine humane Haltung und sein soziales Gewissen ungewöhnlich ausgeprägt.

Mit den Jahren leidet er immer häufiger an Gichtanfällen und hält sich deswegen immer öfter in Kirchhofen auf, das milde Klima tut ihm gut.

Am 27.5.1583 stirbt er in Kirchhofen.

Seine damals wie heute nicht selbstverständliche, politische, soziale und wirtschaftliche Handlungsweise hinterließ segensreiche Spuren bis in die jüngste Vergangenheit.

Vor allem verschiedene Kontakte zwischen verschiedenen Gemeinden, die einstmals Lazarus von Schwendi zum Herrn hatten, führten am 10. Mai 1986 in Kientzheim im Elsaß zur Gründung des Schwendi-Bundes zwischen sechzehn Gemeinden aus Belgien, Deutschland und Frankreich.

Sinn dieses grenzübergreifenden Freundschaftspaktes ist es, dass von Klarsicht und Toleranz geprägte geistige Vermächtnis Schwendis weiterzuvermitteln. Alljährlich treffen sich Vertreter der beteiligten Orte abwechselnd in einer der Partnergemeinden.

Lazarus von Schwendi (1)